Samstag, 22. April 2017

Der Kampf mit dem Entzug beginnt

Heute mal wieder ein Update!

Der Osterhase lässt grüßen :-)

Die große OP von Jannis ist mittlerweile fast 2 Wochen her. Inzwischen hat sich einiges getan, auch wenn wir manchmal den Eindruck haben, es geht gar nicht voran und die Tage vergehen, ohne dass sich etwas verbessert. Aber das stimmt natürlich so nicht, es geht jetzt nur in viel kleineren Schritten voran. Außerdem kommen manchmal noch kleine zusätzliche Dinge dazu, die bei einem "optimalen" Verlauf nicht auftreten.

Die letzte Woche über hatte er einen kleinen Zugang (Drainage) in den Brustraum. In dem Hohlraum im Brustkorb, wo vorher die Bauch-Organe lagen und in dem sich mal die linke Lunge noch etwas ausbreiten soll, hat sich Wundsekret angesammelt. Dies kann wiederrum auch wieder auf die Lunge drücken. Deswegen gab es dafür einen "Abfluss". Mittlerweile konnte dieser zum Glück wieder entfernt werden, auch wenn sich dort in Zukunft noch mal was ansammeln kann und eventuell noch mal eine neue Drainage gelegt werden muss.

Seine postoperativen Wassereinlagerungen sind mittlerweile wieder weg und seine Medikamente wurden schon deutlich reduziert.
Blutdruckstabilisierende Medikamente bekommt er gar nicht mehr und auch die Schlaf- und Schmerzmittel wurden schon zum großen Teil abgesetzt. Nur bei einem Medikament wird es noch ein bisschen dauern, bis es weggelassen werden kann. Wahrscheinlich bräuchte er es nicht unbedingt, allerdings führt das zu so starken Entzugserscheinungen, so dass man die Gabe nicht einfach aussetzen kann. Statt der starken Medikamente bekommt er allerdings dafür andere Medikamente, die gegen den Entzug wirken.
Der Entzug äußert sich vor allem durch schreien, um sich schlagen, generelle Unruhe und Schwierigkeiten tief zu schlafen, Übelkeit, und in den Phasen, in denen er sich aufregt, ansteigende Herzfrequenz und Blutdruck und absinkende Sauerstoffsättigung.
Allerdings ist das über die letzten Tage schon besser geworden. Seine Werte bleiben auch mal in Schreiphasen relativ konstant, so dass nicht sofort die Beatmung wieder hochgefahren muss, um ihn wieder zu beruhigen.

Generell ist der Entzug neben der Ernährung aber der entscheidende Grund, warum die Kinder nach der OP noch so lange auf der Intensivstation sind. Auch bei uns wird sich das noch über Wochen ziehen.

Seit Anfang der Woche bekommt er außerdem regelmäßig Muttermilch durch die Magensonde. Allerdings ist sein Darm immer noch im Streik. Es geht also mit der Verdauung nicht voran und die Milch kommt wenn dann oben wieder raus. Wir hoffen, dass sich diese Situation möglichst bald verbessert. Die Ärzte haben immer mal wieder Untersuchungen gemacht und an sich ist alles funktionstüchtig, es dauert bei Jannis nur einfach etwas länger, bis alles so läuft wie es soll. Einerseits liegt das an dem Schmerzmittel, das er noch bekommt, weil das unter anderem für Darmträgheit sorgt. Andererseits ist auch sein Bauchdecken-Patch in gewisser Weise schuld, da er dadurch keine "natürliche" Situation am Bauch hat.

Ein paar Highlights hatten wir dann aber auch noch diese Woche:
Am Mittwoch durfte Jannis das erste Mal raus aus seinem Bettchen auf Mamas Arm. Heute war dann die zweite Kuschelrunde dran mit dem Papa (und der Mama...und dann noch mal mit dem Papa).


Außerdem ist seine Bauchwunde soweit verheilt, dass er heute zum ersten Mal einen Body anziehen durfte. :-)

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